4 Exoten für den Garten, die nicht jeder hat

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Exoten für den Garten

Hat Sie schon einmal bei einem Spaziergang das Gefühl beschlichen, dass sich in den diversen Vorgärten, an denen sie gerne aufmerksam vorbeischlendern, alles irgendwie wiederholt? Stets die gleichbleibenden Bäume, Sträucher und Pflanzen, die Sie schon zig-fach in den konventionellen Gartencentern rund um ihren Heimatort gesehen haben. Natürlich, dankbare Schönheiten sind schon darunter. Dabei müsste es doch auch einmal etwas wirklich Neues, Außergewöhnliches geben, das nicht unbedingt jeder hat – aber in unseren Breiten doch auch gedeihen kann?

 

Ansprüche an Standort, Boden und Pflege

 

In Zeiten von Internet und Online-Bestellungen ist vieles möglich geworden. Seltenere Garten-Exoten im spezialisierten Gartenfachhandel zu bestellen zum Beispiel auch. Und: Nützliche Pflegetipps gibt es vom Fachmann obendrein.

Vielleicht wird er sie in einem direkten Gespräch darauf hinweisen, dass der zunehmende Klimawandel – so ernst und traurig die Hintergründe und Auswirkungen auch sein mögen – für experimentierfreudige Gartenbesitzer auch Chancen bietet, sich einmal an außergewöhnlichen Sträuchern oder auch kleinen Bäumen zu versuchen. So einiges aus dem Mittelmeerraum, was vor Jahrzehnten noch undenkbar war, kann jetzt ganzjährig ausgepflanzt werden, entsprechende Vorkehrungsmaßnahmen vorausgesetzt.

Dazu gehört etwa für alle vorgestellten Exoten ein tiefgründig lockerer Boden ohne Staunässe, welche die an Trockenphasen bestens angepassten Gewächse nur schlecht vertragen. Hier können Spielsand- oder auch Split/Granulat-Untermischungen wertvolle Dienste leisten.

Auch sollte ihnen jeweils ein großzügig bemessener Platz im (Vor-)Garten zur Verfügung stehen, der idealerweise

>-windgeschützt

– nach Süden

ausgerichtet ist.

Allerdings sollte die Grasnarbe im Bereich um den Stamm großzügig entfernt und etwa mit Kies abgedeckt werden, damit gerade auch an schwerer zugänglichen Stellen wie Rasenkanten mit Rasenmäher oder Rasentrimmer keine unnötigen Verletzungen der Stammrinde zugefügt werden.

Beste Anwuchs-Chancen bieten gerade schon etwa ältere, wenige Jahre alte Exemplare, die im Online-Fachhandel zu beziehen sind. In den ersten 2 bis drei Jahren sollten Sie im Spätherbst den Bereich um den Stamm mit einer dicken Laubschicht abdecken und das Ganze noch zusätzlich mit ein paar übereinandergelegten Jute-Säcken und/oder Tannenzweigen bedecken.

Bei extremen Frösten ab etwa minus -5 Grad kann über die Jungpflanze ein stabiler Pappkarton gestülpt und beschwert werden. Alternativ dazu eignet sich auch das Umbinden mit einem großen Jute-Sack. Das Innere kann dann auch noch zusätzlich mit Laub und Tannenreisig ausgekleidet werden.

Üblicherweise stellen die subtropischen Exoten geringe Ansprüche an Böden, da sie an ihren natürlichen Standorten mit nahezu jedem Boden vorliebnehmen, und sogar auf steinigen, felsigen Sandböden wachsen.

 

Tipp 1: Mit schön anzuschauenden Früchten, die sogar essbar sind – Der Erdbeerbaum (Arbutus unedo)

 

 

Exoten für den Garten



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In unseren Breiten bestens durch den Winter kommt der immergrüne Erdbeerbaum, der bereits im Spätherbst weiße Blüten ansetzt, die wie scheinbar an einer Perlenschnur aufgereiht, kaskadenartig entfernt an die Blüten von Maiglöckchen erinnern. Aus ihnen entwickelt sich im Folgesommer etwa erdbeergroße, schuppige rote Beerenfrüchte, aus denen etwa in Portugal der berühmte Schnaps (Medronho) gebrannt wird, eine landestypische Spezialität. Der Erdbeerbaum ist bestens trockenverträglich, kommt mit nahezu jedem Boden aus und ist sehr genügsam, was Dünger- oder Wassergaben angeht.

 

Tipp 2: Eigentlich eine Zimmerpflanze? – Die Zimmeraralie (Fatsia japonica)

 

Die Zimmeraralie - wirklich Zimmerpflanze?



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Was die wenigsten wissen: Die auch als japanische Aralie bekannte Zimmerpflanze gedeiht an windgeschützten Standorten in Hausmauer-Nähe auch bestens- und das ganzjährig im Garten. Gerade im Weinbauklima kann sie dabei bis zu zwei Meter hoch werden. Besonders attraktiv sind die dunkelgrün-glänzenden, gezackten langstieligen Blätter. Sie sitzen direkt am Stamm und können bis zu 40 Zentimeter breit werden.

Ältere Pflanzen können auch zur Blüte kommen. Dabei wächst eine Dolde aus dem oberen Ende der Triebspitze. Der Blütenstand kann bis zu 40 cm hoch werden. Die Blüten bestehen aus vielen, kleinen weißen Einzelblüten, die traubenförmig angeordnet sind. Den Blüten können schwarze Beerenfrüchte folgen, die jedoch giftig sind.

Tipp 3: Ja, auch winterharte Zitruspflanzen gibt es – Die Dreiblättrige Orange (Poncirus trifoliata)

 

Zitruspflanzen – Die Dreiblättrige Orange

 

Eine bizarre, dornenbewehrte Schönheit ist sie: Das auch als Bitterorange bezeichnete Zitrusgewächs wirft zwar im Herbst die Blätter ab und erscheint im Winter nackt und kahl. Dennoch treibt sie im Frühjahr dafür umso kräftiger wieder aus und bezaubert mit betörend duftenden weißen Blüten. Highlight sind dann die erst grün und dann sich langsam in eine leuchtendes Orangegelb entwickelnden Früchte, die sich im Laufe des Sommers entwickeln und gegen Herbst ausreifen. Direkt genießbar sind sie zwar nicht, jedoch ein echter Hingucker und wie bei Quitten und Erdbeerbäumen auch hervorragend zum Einkochen für Marmeladen und Gelees geeignet. Die Bitterorange ist breit und sperrig im Wuchs und kann selbst in unseren Breiten bis drei Meter hoch werden.

 

Tipp 4: Eine Heckenalternative für milderes Weinbauklima – Die Klebsame (Pittosporum tobira)

 

Exoten im Garten - Heckenalternative

 

Vielleicht vom letzten Mittelmeerurlaub noch in Erinnerung, ist die auch als Chinesische Klebsame bekannte Pflanzenart aus der Gattung der Klebsamen ein circa zwei bis drei Meter hoher immergrüner Strauch, von dem einige Sorten auch als Ziersträucher in Gärten der Mittelmeerregion verwendet werden.

Dabei besticht die Pflanze durch

– dickledrige, dunkle Blätter

– dichten, gedrungenen Wuchs

– rasches Wachstum

– ausgezeichnete Schnittverträglichkeit

, die sie als ideale Formpflanze besonders für eine ausgefallene Heckenbepflanzung prädestiniert. Aber auch als Solitärpflanze an einem windgeschützten Platz in Hauswand-Nähe macht der raschwachsende Sommerblüher eine gute Figur.

Übrigens: Ihren Namen verdankt die Klebsame ihren Früchten: Es sind Kapseln, in denen die Samen in einer harzigen Flüssigkeit kleben. Sie entwickeln sich aus cremeweißen, duftenden Blüten.

 

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